Samstag, 21. Januar 2017

Fake News, oder: Die Realität ist nicht konsenspflichtig

In der FAZ vom 17.01.2017 schreibt Jürgen Kaube in Die Realität ist nicht konsenspflichtig:
Soeben lebten wir noch im faktischen Zeitalter. Soeben sagten Politiker noch die Wahrheit (Über die Sicherheit der Renten, die fiskalische Lage Griechenlands, Massenvernichtungswaffen im Irak, Restlaufzeiten, Elbphilharmoniekosten, das No-Spy-Abkommen und so weiter). Soeben glaubten ihnen deshalb alle noch. ..

Darum konnten auch die Massenmedien, allein schon um nicht negativ aufzufallen, gar nicht anders, als ihrerseits stets bei den Tatsachen zu bleiben. Bis vor kurzem gab es beispielsweise gar keine „Bild“-Zeitung. Lange war sie eine Erfindung von Günter Wallraff. Der hat – wahrscheinlich, wir wollen ja nichts Falsches behaupten – im neunzehnten Jahrhundert auch das Wort „Ente“ erfunden. ...
Realität wird, wie Niklas Luhmann in seinem Buch über die Massenmedien einst formuliert hat, ohnehin nicht als konsenspflichtig erlebt. Daran werden Kommissionen und Projekte nichts ändern. Niemand kann dazu gezwungen werden, den Irrtum seiner selbstverfertigten Projektionen einzusehen, außer, vielleicht, durch deren Scheitern.

Samstag, 17. Dezember 2016

Recognition – The A.I. Connecting Art to Everyday Life


Over three months, Recognition will create an ever-expanding virtual gallery by searching through Tate’s collection of British art and archive material online, comparing artworks with news images from Reuters based on visual and thematic similarities twenty-four hours a day. Making unforeseen comparisons across history, geography and culture, the result will be a time capsule of the world represented in diverse types of images, past and present. Quelle: IK PRIZE 2016: RECOGNITION
Weitere Informationen:


Sonntag, 11. Dezember 2016

Das neue Propagandazeitalter?

Von Ralf Keuper

Am vergangenen Wochenende sorgte der Beitrag Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt für einiges Aufsehen. Demnach geht der Wahlerfolg von Donald Trump zu großen Teilen auf eine ausgeklügelte Digital-Strategie zurück. Ohne die Technologie von Cambridge Analytica, die Verfahren der Psychometrik verwendet, wäre der Erfolg so nicht möglich gewesen. Wir seien Zeugen einer neuen Stufe der Politpropaganda. 

Es gibt jedoch auch Stimmen, die den Vorgang nüchterner beurteilen.

Hier nun eine kurze Aufstellung von Beiträgen, die sich mit diesem relativ neuen Phänomen beschäftigen:
In dem Beitrag Im neuen Propagandazeitalter in der FAZ vom 6.12.2016 schreibt Matthias Müller von Blumencorn:
Die Zukunft der politischen Kommunikation zeichnet sich bereits ab. Sie wird sich parallel zu den Technologien entwickeln, die für die Welt der Online-Vermarktung oder der Online-Medien absehbar sind. Alles deutet auf eine weitere Personalisierung in Ansprache und Information hin. Wie bei so vielen neuen Entwicklungen ist die Technologie neutral, nicht mehr als ein immer intelligenteres Werkzeug. Entscheidend ist, mit welcher Intention sie eingesetzt wird: im Dienste echter Aufklärung, zu gewöhnlicher Werbung, mit der klaren Absicht, politische Propaganda zu verbreiten, oder mit einer desinformatorischen Intention, um einen Staat oder eine Gesellschaft zu destabilisieren. Genutzt werden kann sie als nützliches Tool wie als destruktive Waffe. 
Als der Begründer der modernen Propaganda gilt übrigens Edward Bernays, ein Neffe von Sigmund Freud. Lesenswert in dem Zusammenhang ist Der erste Verdreher. Edward L. Bernays gilt als Vater der Propaganda. Kein Wunder: Sigmund Freud war sein Onkel.

Freitag, 2. Dezember 2016

Textkünste - Die Erfindung der Druckseite um 1500

Von Ralf Keuper

Die Ausstellung Textkünste - Die Erfindung der Druckseite um 1500 in der Universitätsbibliothek Leipzig widmet sich den Anfangsjahren des Buchdrucks, wie am Beispiel der berühmten Luther-Bibel.  

Andreas Platthaus schreibt in Die Erfindung der freundlichen Seiten in der FAZ vom 14.12.16 dazu: 
Wie Fußnoten in die Welt kamen, Überschriften, Register, Inhaltsverzeichnisse oder eben Seitenzahlen, wo sie jeweils standen und wie sie zur heute noch gültigen Form fanden, das alles zeigt die Leipziger Ausstellung, und im Buch lässt es sich vertiefend nachlesen. "Textkünste" ist das heute selten gewordene Beispiel einer intellektuellen Ausstellung, die nicht vorrangig auf Optik setzt, obwohl die alten Folianten auch ein Augenschmaus sind. Dass die Präsentation auf besonders große Neugier des Publikums zu stoßen scheint, sollte den Machern Ermutigung sein. In der Buchgestaltungsgeschichte gibt es noch viele Entdeckungen zu machen.