Freitag, 2. Dezember 2016

Textkünste - Die Erfindung der Druckseite um 1500

Von Ralf Keuper

Die Ausstellung Textkünste - Die Erfindung der Druckseite um 1500 in der Universitätsbibliothek Leipzig widmet sich den Anfangsjahren des Buchdrucks, wie am Beispiel der berühmten Luther-Bibel.  

Andreas Platthaus schreibt in Die Erfindung der freundlichen Seiten in der FAZ vom 14.12.16 dazu: 
Wie Fußnoten in die Welt kamen, Überschriften, Register, Inhaltsverzeichnisse oder eben Seitenzahlen, wo sie jeweils standen und wie sie zur heute noch gültigen Form fanden, das alles zeigt die Leipziger Ausstellung, und im Buch lässt es sich vertiefend nachlesen. "Textkünste" ist das heute selten gewordene Beispiel einer intellektuellen Ausstellung, die nicht vorrangig auf Optik setzt, obwohl die alten Folianten auch ein Augenschmaus sind. Dass die Präsentation auf besonders große Neugier des Publikums zu stoßen scheint, sollte den Machern Ermutigung sein. In der Buchgestaltungsgeschichte gibt es noch viele Entdeckungen zu machen. 

Sonntag, 6. November 2016

Der wiedererwachte Traum von der "Bibliotheca Universalis" - Das totale Wissen im digitalen Zeitalter

Von Ralf Keuper

Im Jahr 2000 veröffentlichte Peter Haber in der NZZ den nach wie vor lesenswerten Text Der wiedererwachte Traum von der "Bibliotheca Universalis" - Das totale Wissen im digitalen Zeitalter. Aufhänger waren die zu dem Zeitpunkt zahlreichen Initiativen, das Wissen der Welt zu digitalisieren. Haber erblickte darin die Wiederbelebung der Idee der Bibliotheca Universalis von Konrad Gesner. Obgleich die technischen Möglichkeiten seither gewachsen sind, seien die Erfolgsaussichten heute ebenso gering wie damals. 

Hier einige Auszüge: 
Mit dem Buchdruck bahnte sich schliesslich eine neue Stabilität des Wissens an  - die "typographische Persistenz", wie Elizabeth Eisenstein es genannt hat. Die moderne Technik der Reproduktion ersetzte dabei im "Typographenum" (Michael Giesecke) die handschriftlichen Unikate durch ubiquitär verfügbare Wissensspeicher mit identischem Inhalt. Konrad Gesners Versuch, das Wissen seiner Zeit in vier Bänden zu erschließen, war ein erster Versuch eine virtuelle Bibliothek zu erschaffen. ... 
Mit der Zuteilung der einzelnen Artikel zu bestimmten Bereichen innerhalb seiner Wissenschaftsarchitektonik führte d'Alembert in seiner eigenen "Encyclopédie" diese Idee der "Hyperlinks" weiter und schuf so das wohl erste umfassende Hypermediasystem der Welt. ... 
Es gibt noch Dutzende ähnlicher Projekte - doch die Frage, die Demetrios von Phaleron und Konrad Gesner ebenso beschäftigte wie d'Alembert, die Frage nämlich, wie sich das Wissen der Welt strukturieren und vor dem Vergessen bewahren lässt, können weder die "Bibliotheca Univeralis" der G-7 noch die unzähligen anderen Digitalisierungsprojekte beantworten. Das scheinbar Allumfassende des Internet und die unbeschränkten Speichermöglichkeiten digitaler Medien erinnern an den Traum von Alexandria, die Schaffung der totalen Bibliothek.

Samstag, 29. Oktober 2016

Der Stilwandel der Medien #14

Von Ralf Keuper

Hier einige Beiträge der letzten Zeit, die sich mit dem Stil- und Formwandel der Medien beschäftigen:

Sonntag, 16. Oktober 2016

Plädoyer für ein Bürgerliches Gesetzbuch für Daten (Günther Oettinger)

Ich plädiere daher dringend für ein Bürgerliches Gesetzbuch für Daten. So wie das BGB etwa Eigentum, Besitz und Mietrecht an beweglichen und unbeweglichen Dingen klar regelt, brauchen wir ein BGB für das digitale Zeitalter, in dem die Fragestellungen zu Rechten an Daten umfassend geklärt werden. Auf welcher Ebene dies geschieht, liegt auf der Hand. Wenn die automatisierte Zulieferung oder die vorhersehende Wartung über Landesgrenzen hinweg organisiert wird, und davon gehe ich aus, dann brauchen wir eine solche Rechtsordnung für das digitale Zeitalter auf EU-Ebene und nicht auf nationaler oder gar regionaler Ebene. 
Quelle: Wem gehören die Daten? in der FAZ vom 14.10.2016 

Weitere Informationen:

Oettinger will „virtuelles und digitales Sachenrecht, das auch für Daten gilt“

Wem gehören die Daten im Auto?

Digitales Gemeinwohl durch faire Datenpolitik